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"Die Betrachtung von Wasser

ist die älteste Form der Meditation."

"Am Ufer des Bodensees wuchs ich auf. Die riesige Wasserfläche war immer da - majestätisch und unverrückbar. Kein Tag verging ohne das meist gelassene, mal liebliche und manchmal zornige große Wasser bewusst oder unbewusst zu wahrzunehmen und zu spüren. Es war und ist wie ein eigenes Lebewesen.


Viel später erst merkte ich den frühen prägenden Einfluss dieses Sees und wie die ständige Präsenz des vielen Wassers in mein Leben, in Geist und Seele eingeflossen war.

Ich habe immer Sehnsucht danach,  am und mit Wasser zu sein - egal in welcher Form es sich zeigt, es macht mich rhig und genügsam.


Als Kind saß ich oft stundenlang auf der von der Sonne gewärmten Steinmole, schaute  auf den See, manchmal in gedanken versunken, manchmal nur bewusst die Wasserbewegungen betrachtend. Vielleicht ist das die ursprüngliche Quelle meiner visuellen Faszination für das Thema.


Zum Designstudium zog ich zunächst an den Genfer See -

wieder ein großer See, “das selbe in grün” nur mit höheren Bergen rings herum.


Während meiner achtjährigen Zeit in Los Angeles und in San Francisco wurde ich mir meiner großen Liebe zum flüssigen Element bewusst und mein bleibendes künstlerisches Thema entwickelte sich:

Ich begann wie besessen Bilder des unendlich tanzenden Wassers zu sammeln: Der Pazifik, der seit Jahrmillionen an San Franciscos Hausstrände - Ocean Beach und Baker Beach - donnert, beeindruckte  mich tief mit seiner unablässigen, majestätischen und wilden Kraft der Gezeiten und den Farbspielen im Himmel und Wasser, wenn die kalifornische Sonne am Horizont des Meeres versank.

Die grandiosen Wasserfälle in Yosemite, der glasklare, sich lieblich schlängelnde Russian River in Sonoma County, unser Lieblingsstrand San Gregorio Beach, all the creeks and rivers of California made me happy..

Und dann “mein” Montara Beach zwischen Pacifica und Half Moon Bay südlich von San Francisco - zwei Jahre schlief ich mit dem Wellenrauschen des Pazifics ein und wachte damit auf, verbrachte jede freie Minute an dem wilden, einsamen Strand, drei Gehminuten von unserem Haus entfernt. Dort entstand mein erstes Wasserspiegel- Video "Ocean Up" und meine erste Skulptur der Organic media arts Reihe - "die Mupfel", mit ener Haus aus Miesmuscheln, die ich über 9 Monate hinweg an meinem Strand sammelte.
 

Auch in Berlin, wo ich seit 2001 lebe, begegne ich immer wieder neuem Wasser-

Die Strudel des Märchenbrunnens und der Wasserlauf im Friedrichshain Park, die Brandenburgischen und Mecklenburgischen Seen und selbst die trübe Spree, der Landwehrkanal oder einfach die Pfützen am Straßenrand produzieren Schönheit in Wasserreflektionen, wenn man sich die Mühe macht, aufmerksam zu beobachten.

Auf all meinen Reisen nach nah und fern suche und begegne ich dem Wasser, bin immer wieder von den neuen Spielarten  fasziniert und verzaubert und filme, filme, filme.

Seit meiner ersten 3chip-MiniDV-Kamera in San Francisco ca. 1997 und jetzt meist nur noch per Handy mit 4K und Slowmotion habe ich Hunderte von Wasserbewegungen gefilmt und viele Dutzende davon digital bearbeitet.

 

Dies hier kann nur ein kleiner Ausschnitt der Sammlung sein - captured water moments - festgehaltenes Wasser,  unversiegbare Quelle an Bildern und Freude."

Tina Zimmermann

Februar 2021

"The Ocean does not forget, that it is a wave,
but the wave forgets that it is an Ocean.

That is "why" there is manifestation;
for sake of play, this forgetfulness arises.
The world is only for celebration.
Manifestation is just a Cosmic Drama

to be enjoyed."

Sri H.W.L Poonja